Griechische Insellandschaft mit weißen Häusern und blauem Meer
Griechenland

Griechenland Inselhopping: Die perfekte Route durch die Ägäis

Star Reisen Redakteur 15. April 2026 18 Min. Lesezeit

Nach über 15 Jahren als Reiseberater und dutzenden eigenen Inselhopping-Touren durch die Ägäis kann ich Ihnen sagen: Es gibt kaum ein Reiseerlebnis, das so magisch ist wie das griechische Inselhopping. Das Salz auf der Haut, der Wind in den Haaren auf dem Fährdeck, und dann taucht am Horizont die nächste Insel auf – jede mit ihrem ganz eigenen Charakter.

In diesem Guide teile ich mein gesammeltes Wissen: die besten Routen, die Inseln abseits der Massen, praktische Fährtipps und die kleinen Geheimnisse, die nur Einheimische kennen. Ob Sie zum ersten Mal durch die Kykladen reisen oder bereits Erfahrung haben – hier finden Sie Inspiration für Ihr nächstes Abenteuer.

Mein wichtigster Tipp vorab:

Planen Sie nicht zu viel! Der größte Fehler, den ich bei Kunden sehe: 7 Inseln in 10 Tagen. Das Ergebnis? Stress statt Entspannung. Meine goldene Regel: Mindestens 2 Nächte pro Insel. Lieber 3-4 Inseln richtig erleben als 7 nur vom Fährhafen zu sehen.

Warum Griechenland das beste Inselhopping-Revier der Welt ist

Mit über 6.000 Inseln, davon rund 230 bewohnt, ist Griechenland ein maritimes Paradies. Aber was macht es so besonders? Erstens: Das hervorragend ausgebaute Fährnetz. Anders als in anderen Inselstaaten können Sie hier spontan von Insel zu Insel reisen – oft mehrmals täglich. Zweitens: Die unglaubliche Vielfalt. Jede Insel hat ihre eigene DNA: Mykonos ist das mediterrane Ibiza, Santorin die romantische Postkarte, Naxos das authentische Griechenland, und Folegandros fühlt sich an wie eine Zeitreise 50 Jahre zurück.

Das griechische Fährsystem ist eines der besten weltweit. Blue Star Ferries und SeaJets sind die Hauptakteure. Blue Star ist günstiger und gemütlicher (große Fähren, Kabinen möglich, schöne Decks), SeaJets ist schneller, aber teurer und bei Wellengang wackeliger. Mein Tipp: Für kürzere Strecken SeaJets, für längere (über 3 Stunden) Blue Star.

Die 3 klassischen Inselhopping-Routen

Route 1: Der Kykladen-Klassiker (10-14 Tage)

Athen → Mykonos → Naxos → Santorin → Athen

Diese Route ist der Bestseller – und das aus gutem Grund. Sie kombiniert Party (Mykonos), Authentizität (Naxos) und Romantik (Santorin). Starten Sie in Athen mit einer Übernachtung in Plaka, dem historischen Viertel unterhalb der Akropolis. Am nächsten Morgen geht's vom Hafen Piräus nach Mykonos (ca. 2,5 Stunden mit Schnellfähre).

Die berühmten Windmühlen von Mykonos bei Sonnenuntergang
Die ikonischen Windmühlen von Mykonos – am schönsten bei Sonnenuntergang

Mykonos (3 Nächte): Ja, Mykonos hat seinen Ruf als Partyinsel – aber es ist so viel mehr. Die Chora (Altstadt) ist ein fotogenes Labyrinth aus weißen Gassen. Mein Geheimtipp: Die Ano Mera im Inselinneren ist wie ein anderes Mykonos – ruhig, authentisch, mit dem wunderschönen Kloster Panagia Tourliani. Der Strand Agios Sostis im Norden ist einer der wenigen ohne Liegen und Bars – Ruhe pur.

Restaurant-Tipp Mykonos:

Vergessen Sie die überteuerten Restaurants an der Waterfront. Gehen Sie stattdessen ins „Kiki's Tavern" am Agios Sostis Beach – kein Telefon, keine Reservierung möglich, nur Bargeld. Kommen Sie früh (12:00 Uhr) oder spät (15:00 Uhr), sonst stehen Sie in der Schlange. Das Souvlaki hier ist legendär.

Naxos (2-3 Nächte): Die größte Kykladeninsel ist mein persönlicher Favorit. Hier erleben Sie, wie Griechenland vor dem Massentourismus war. Die Portara (Tempeltor des Apollo) bei Sonnenuntergang ist Pflicht. Mieten Sie einen Roller und fahren Sie ins Inselinnere: Die Bergdörfer Halki (probieren Sie den lokalen Kitron-Likör bei Vallindras) und Apiranthos mit seinen Marmorstraßen sind betörend schön. Die Strände an der Westküste (Agios Prokopios, Plaka) gehören zu den besten der Kykladen.

Santorin (3 Nächte): Die Krönung jeder Kykladen-Reise. Aber Achtung: Die Caldera-Dörfer Oia und Fira sind berühmt aus gutem Grund – aber auch hoffnungslos überlaufen, besonders zum Sonnenuntergang. Mein Trick: Schauen Sie den Sonnenuntergang von Imerovigli aus (weniger Touristen, genauso schön) oder vom Boot aus bei einer Katamaran-Tour.

Der berühmte Sonnenuntergang in Oia auf Santorin
Der legendäre Sonnenuntergang von Oia – kommen Sie früh für einen guten Platz

Strand-Geheimtipp Santorin:

Vergessen Sie den schwarzen Strand von Kamari (zu touristisch). Fahren Sie stattdessen zur White Beach – nur per Boot von Red Beach aus erreichbar. Schneeweißer Kies, dramatische Klippen, kristallklares Wasser, und meist nur eine Handvoll Menschen.

Route 2: Die kleine Kykladen-Runde (7-10 Tage)

Athen → Paros → Antiparos → Naxos → Athen

Perfekt für Erst-Inselhopper oder wenn die Zeit knapper ist. Paros ist wie eine entspanntere Version von Mykonos – weiße Gassen, gutes Nachtleben, aber familienfreundlicher. Von hier machen Sie einen Tagesausflug nach Antiparos (10 Minuten Fähre): Die winzige Insel mit ihrer einzigen kleinen Chora und der spektakulären Tropfsteinhöhle ist ein Traum. Dann weiter nach Naxos für Strand und Authentizität.

Route 3: Geheimtipp-Route für Wiederholungstäter (12-16 Tage)

Athen → Sifnos → Milos → Folegandros → Santorin → Athen

Diese Route ist für alle, die Mykonos kennen und etwas Besonderes suchen. Sifnos ist die Feinschmecker-Insel – die beste Küche der Kykladen (probieren Sie die Chickpea-Suppe „Revithada"). Milos hat über 70 Strände und surreale Felsformationen wie aus einer anderen Welt. Folegandros ist meine absolute Lieblingsinsel: Nur 650 Einwohner, eine Chora wie aus einem Bilderbuch auf 200m hohen Klippen, keine Kreuzfahrtschiffe, kein Massentourismus.

Die spektakulären weißen Felsen von Sarakiniko auf Milos
Sarakiniko auf Milos – wie auf dem Mond, nur mit Badewassertemperatur

Fähren buchen: So machen Sie es richtig

Das griechische Fährsystem kann verwirrend sein. Hier meine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Plattform wählen: Ich empfehle Ferryhopper – übersichtlich, auf Deutsch, vergleicht alle Anbieter. Alternativ: Direct Ferries oder die Websites der Reedereien direkt.
  2. Timing: In der Hochsaison (Juli/August) beliebte Strecken 1-2 Wochen vorher buchen. In der Nebensaison oft spontan möglich, aber Achtung: Weniger Verbindungen!
  3. Sitzplatz vs. Deck: Bei kurzen Fahrten (unter 2 Stunden) reicht ein normales Ticket. Gehen Sie aufs Außendeck – das Beste am Inselhopping! Bei langen Fahrten (über 4 Stunden) lohnt sich ein bequemer Sitz oder sogar eine Kabine.
  4. Meltemi-Warnung: Der starke Nordwind Meltemi bläst im Juli und August. Bei Windstärke 7+ fallen Fähren aus, besonders auf kleinen Strecken. Haben Sie immer einen Puffer-Tag eingeplant!

Wichtige Warnung:

Buchen Sie niemals einen Flug am selben Tag wie Ihre letzte Fähre zurück nach Athen! Ich habe es dutzende Male erlebt: Fähre wegen Wetter gestrichen, Flug verpasst, teurer Ärger. Mindestens eine Nacht Puffer in Athen vor dem Rückflug einplanen.

Dodekanes: Die unterschätzte Alternative

Wenn Sie mehr Zeit haben oder die Kykladen bereits kennen, schauen Sie nach Osten: Die Dodekanes-Inseln vor der türkischen Küste bieten eine ganz andere Atmosphäre. Rhodos mit seiner UNESCO-Altstadt ist wie ein begehbares Museum. Die Ritterstraße, wo die Johanniter-Ritter lebten, ist gänsehautauslösend.

Von Rhodos aus lohnen Ausflüge nach Symi – die pastellfarbenen Häuser im Hafen sind die fotogensten der gesamten Ägäis – und nach Kos, der Geburtsstätte des Hippokrates. Das Asklepion, ein antikes Heilzentrum, und der angeblich 2.500 Jahre alte Baum, unter dem Hippokrates gelehrt haben soll, sind faszinierend.

Mein Geheimtipp in den Dodekanes: Nisyros. Diese winzige Insel hat einen aktiven Vulkankrater, in den man hinabsteigen kann. Der Geruch nach Schwefel, die dampfenden Fumarolen, die unwirkliche Landschaft – ein Tagesausflug von Kos, den Sie nie vergessen werden.

Kreta: Die große Insel zum Abschluss

Viele meiner Kunden beenden ihr Inselhopping auf Kreta, der größten griechischen Insel. Und das macht Sinn: Von Santorin ist es nur 2 Stunden per Fähre nach Heraklion. Kreta ist so groß, dass es eigentlich kein Inselhopping mehr ist, sondern eine eigene Reise. Aber ein paar Tage in Chania mit seinem venezianischen Hafen sind der perfekte Abschluss.

Wenn Sie fit sind, wandern Sie die Samaria-Schlucht – 16 km durch eine der längsten Schluchten Europas, von den Weißen Bergen hinunter zum Libyschen Meer. Beginnen Sie früh (7 Uhr) und bringen Sie viel Wasser mit. Im Süden liegt Loutro, ein autofreies Dorf, das nur per Boot erreichbar ist – der perfekte Ort, um am Ende der Reise einfach die Seele baumeln zu lassen.

Der malerische venezianische Hafen von Chania auf Kreta
Chanias venezianischer Hafen – perfekter Abschluss einer Kykladen-Reise

Meine persönliche Packliste für Inselhopping

Nach unzähligen Inselhoppings habe ich meine Packliste perfektioniert:

  • Rucksack statt Koffer: Rollkoffer sind auf Kopfsteinpflaster und Fährrampen der Horror. Ein 40-50L Rucksack ist ideal.
  • Wasserschuhe: Viele Strände haben Kiesel oder scharfe Steine. Wasserschuhe retten Ihre Füße.
  • Schnorchelausrüstung: Mieten geht, aber die eigene ist hygienischer. Die Unterwasserwelt in Griechenland ist unterschätzt!
  • Leichte Sommerkleider/Leinenhosen: Griechenland ist entspannt, aber abends in Restaurants wird „smart casual" erwartet.
  • Sonnencreme LSF 50: Die Ägäis-Sonne ist brutal, besonders auf den Fährdecks.
  • Windbreaker: Auf den Fähren kann es windig werden, besonders abends.
  • Offline-Karten: Google Maps herunterladen! Nicht überall gibt es Empfang.

Alles Wichtige auf einen Blick

  • Beste Reisezeit Mai-Juni und September-Oktober: Angenehme 25-28°C, weniger Touristen, günstigere Preise. Juli-August ist heiß (35°C+), teuer und voll – aber das Fährnetz ist dann am dichtesten. Ich persönlich liebe den September: Das Wasser ist noch warm vom Sommer.
  • Budget pro Tag Rechnen Sie mit 80-120€ pro Person/Tag für mittelklasse Unterkünfte, Essen und Fähren. Santorin und Mykonos sind 30-50% teurer als Naxos oder Paros. Budget-Tipps: Mittagessen als Hauptmahlzeit (günstiger als abends), Ferienwohnungen statt Hotels.
  • Mietwagen oder Roller? Auf kleinen Inseln (Mykonos, Santorin, Folegandros) reicht ein Roller oder Quad. Auf größeren Inseln (Naxos, Paros, Kreta) ist ein Auto komfortabler. In der Hochsaison unbedingt vorbuchen!
  • Essen wie die Locals Meiden Sie Restaurants direkt am Wasser (Touristenpreise). Eine Straße weiter ist es 30% günstiger und oft besser. Fragen Sie Einheimische nach ihrer Lieblings-Taverne. Und: Immer die Tagesempfehlung („τι έχεις σήμερα?") fragen – oft das Beste.
  • Griechische Siesta Zwischen 14:00 und 17:30 Uhr ist vieles geschlossen. Nutzen Sie die Zeit für den Strand. Das Abendessen beginnt selten vor 21:00 Uhr.

Mein Fazit nach 20 Inselhopping-Reisen

Griechisches Inselhopping ist mehr als ein Urlaub – es ist eine Lebensart. Das Gefühl, morgens nicht zu wissen, welcher Strand es heute wird. Das spontane Ouzo-Glas mit dem Tavernenbesitzer. Die Freiheit, einfach noch eine Nacht zu bleiben, weil es zu schön ist. Das langsame Runterkommen vom Alltagsstress, Insel für Insel.

Mein Rat: Planen Sie grob, aber bleiben Sie flexibel. Die besten Momente meiner Reisen waren immer die ungeplanten: Der Fischer, der uns zum Mittagessen auf sein Boot einlud. Die versteckte Bucht, die nicht in Reiseführern steht. Das Dorfest, auf das wir zufällig gestoßen sind.

Die Ägäis wartet auf Sie. Packen Sie leicht, bleiben Sie neugierig, und lassen Sie sich treiben. Καλό ταξίδι! (Gute Reise!)

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